WHO und UNICEF stellten am 16. Mai die erste globale Bestandsaufnahme zur assistiven Technologie vor. Der Bericht zeigt, dass fast eine Milliarde Kinder, Erwachsene mit Behinderungen und ältere Menschen nicht auf die benötigten Geräte zugreifen können. Beispiele für solche Geräte sind Brillen, Hörgeräte, Mobilitäts- und Kommunikationshilfen.
In einigen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen liegt der Zugang bei nur drei Prozent. Der Bericht nennt auch Prognosen: Derzeit brauchen 2,5 Milliarden Menschen assistive Produkte; bis 2050 werden es 3,5 Milliarden sein. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, der Entzug dieser Hilfen verletze Menschenrechte und sei wirtschaftlich kurzsichtig.
Persönliche Berichte zeigen die Folgen: Almah Kuambu verlor mit 11 Jahren ein Bein und wartete fast ein Jahr auf eine Prothese. Anna Kwemeling, 39, verlor vor sieben Jahren ihr Bein, musste ihren Bankjob aufgeben und sparte für Reise und Unterkunft nach Port Moresby. UNICEF nennt zudem 240 Millionen Kinder mit einer oder mehreren Behinderungen.
Schwierige Wörter
- bestandsaufnahme — systematische Erfassung von Daten oder Fakten
- zugang — Möglichkeit, etwas zu benutzen oder zu erreichen
- prognose — Vorhersage über künftige Entwicklungen oder ZahlenPrognosen
- behinderung — körperliche oder geistige Einschränkung im AlltagBehinderungen
- prothese — künstliches Körperteil als Ersatz für ein fehlendes Glied
- benötigen — etwas brauchen, um eine Aufgabe zu erfüllenbenötigten
- zugreifen — etwas benutzen oder erhalten können
- hilfe — Unterstützung, die jemandem etwas erleichtertHilfen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glaubst du, dass in deinem Land viele Menschen keinen Zugang zu assistiven Produkten haben? Warum?
- Welche Folgen kann es für eine Person haben, lange auf eine Prothese warten zu müssen?
- Was könnten Regierungen oder Organisationen tun, um den Zugang zu Hilfen wie Brillen oder Hörgeräten zu verbessern?
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