In der Gesundheitszone Mongbwalu in der Provinz Ituri kämpfen Gesundheitsarbeiter trotz fehlender Vorräte und persönlicher Schutzausrüstung gegen eine Ebola-Epidemie. Behörden gehen davon aus, dass es sich um den seltenen Bundibugyo-Stamm handelt, für den derzeit keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Behandlungen existieren. Der Ausbruch hat Hunderte von Menschen betroffen und erinnert an frühere Epidemien, in denen viele Gesundheitsmitarbeitende infiziert wurden und starben.
Ruben Dedja, leitender Sanitätsbeamter der Zone, bezeichnete die Lage als „wirklich alarmierend“ und sagte am 22. Mai, Schnell-Einsatz-Kits seien auf Gesundheitsebene noch nicht verfügbar, aber "unterwegs". Viele Mitarbeitende arbeiten mit dem, was sie haben, und riskieren dabei ihr Leben, weil vollständige Schutzkleidung fehlt.
Die WHO hatte den Ausbruch am 15. Mai bekanntgegeben und zwei Tage später eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite erklärt. WHO-Generaldirektor Tedros berichtete von rund 750 Verdachtsfällen und 177 vermuteten Todesfällen; das nationale Risiko stufe man als sehr hoch ein. Die WHO schickte Hilfsgüter, entsandte 20 Expertinnen und Experten und richtete mobile Labore ein. Zu den gelieferten Gütern gehören:
- persönliche Schutzausrüstung,
- Materialien für klinische Versorgung und Labore,
- Medikamente und Zelte.
Die Reaktion unterstützt Überwachung, Labortests, Kontaktverfolgung und Fallmanagement und bezieht Nachbarländer in die Vorsorge ein. Lokale Berichte nennen Versorgungslücken: Ein Vater verlor seine 16-jährige Tochter, und seine siebenköpfige Familie wurde nicht informiert, ob sie infiziert oder in Quarantäne sei. Experten nannten den Indexfall vom 24. April; fast drei Wochen später wurden bereits mehr als 300 Infizierte und über 90 Tote gemeldet. Der Ausbruch hat sich nach Uganda ausgebreitet, dort gibt es zwei bestätigte Fälle, einer davon starb. Tedros wies außerdem auf unsichere Provinzen hin, in denen Millionen Menschen dringend Hilfe benötigen. Ärztinnen, Ärzte und öffentliche Gesundheitsfachleute fordern stärkere Systeme, strikte Infektionskontrolle in Krankenhäusern, psychologische Unterstützung und bessere Ausrüstung für Beschäftigte.
Schwierige Wörter
- epidemie — schnelle Ausbreitung einer Krankheit bei MenschenEbola-Epidemie
- schutzausrüstung — Kleidung und Geräte zum Schutz vor Infektionenpersönlicher Schutzausrüstung, persönliche Schutzausrüstung
- indexfall — erster bekannter Fall einer Erkrankung
- quarantäne — Isolierung von Menschen zur Verhinderung Ansteckung
- kontaktverfolgung — Nachverfolgung von Personen, die Kontakt hatten
- notlage — besondere Situation mit großem Gesundheitsrisikogesundheitliche Notlage
- vorrat — gespeicherte Menge von notwendigen MaterialienVorräte
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Diskussionsfragen
- Welche Maßnahmen erscheinen Ihnen am wichtigsten, um Gesundheitsmitarbeitende schnell besser zu schützen? Begründen Sie kurz.
- Welche Probleme entstehen, wenn Familien nicht informiert werden, ob sie infiziert oder in Quarantäne sind?
- Wie könnten Nachbarländer sinnvoll in die Vorsorge und Reaktion auf einen Ausbruch einbezogen werden?
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