Austin Zwick, Associate Teaching Professor und Programmdirektor des Policy Studies-Programms am College of Professional Studies sowie an der Maxwell School of Citizenship and Public Affairs der Syracuse University, untersucht, wie kommunale Genehmigungsprozesse das Angebot und die Kosten von Wohnraum beeinflussen. Er unterscheidet de‑facto-diskretionäre Systeme, bei denen trotz Bauvorschriften die endgültige Genehmigung von Verhandlungen und Einzelfallentscheidungen durch Planer, gewählte Amtsträger und manchmal öffentliche Organisationen abhängt, und By-right-Systeme, die eine Erlaubnis gewähren, sobald alle aufgeführten Anforderungen erfüllt sind.
Zwick erklärt, dass Ermessensspielraum theoretisch Flexibilität und die Möglichkeit zur Sicherung öffentlicher Leistungen bietet. In der Praxis aber können Entwickler mit Zeit, Geld und politischem Zugang langwierige Verhandlungen durchstehen und die zusätzlichen Kosten an Käufer weitergeben. Kleinere Bauträger hingegen tragen Verzögerungen und Mehrkosten schlechter, sodass die Entwicklung oft zu groß angelegten, teureren Projekten statt zu gewöhnlicherem Wohnraum für typische Bewohner neigt.
Als konkretes Beispiel führt Zwick Vancouver in British Columbia an: Lange Verhandlungen, öffentliche Anhörungen und politische Genehmigungen hätten einem Eigentumswohnungsprojekt hunderttausende Dollar pro Einheit hinzugefügt, noch bevor der Bau begann. Er schlägt vor, dass die Lösung nicht allein in Bundesmitteln oder neuen Gesetzen liegt, sondern dass Kommunen durch Straffung eigener Planungs- und Genehmigungsverfahren vielfältigeren und bezahlbareren Wohnraum fördern können.
Schwierige Wörter
- ermessensspielraum — Raum für eigene Entscheidungen in Behörden
- diskretionär — von Einzelfällen abhängig und nicht strikt vorgeschriebende‑facto-diskretionäre
- genehmigungsprozess — Verfahren, um eine offizielle Erlaubnis zu bekommenGenehmigungsprozesse
- bauvorschrift — gesetzliche Regeln für Planung und BauBauvorschriften
- flexibilität — Möglichkeit, Pläne an unterschiedliche Situationen anzupassen
- verzögerung — Verlängerung der Dauer bis zum AbschlussVerzögerungen
- straffung — Vereinfachung und Beschleunigung von Abläufen
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Diskussionsfragen
- Glauben Sie, dass die Straffung kommunaler Genehmigungsverfahren in Ihrer Stadt bezahlbaren Wohnraum fördern könnte? Begründen Sie Ihre Meinung.
- Welche Vor- und Nachteile hat laut Artikel der Ermessensspielraum in Genehmigungsverfahren? Nennen Sie Beispiele.
- Welche Folgen haben lange Verhandlungen für kleinere Bauträger und die Art der gebauten Projekte? Diskutieren Sie mögliche Konsequenzen für Bewohner.
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