Eine gemeinsame Studie der Universität Kopenhagen und der Universität Edinburgh befragte 500 Hundebesitzer in den Vereinigten Staaten zu ihren Trainingsmethoden und zu ihren ethischen Einstellungen gegenüber Tieren. Die Untersuchung fand, dass positive Methoden – etwa Leckerlis, Spielzeug und verbales Lob – weit verbreitet sind, während bestrafungsbasierte Techniken seltener verwendet wurden. Diese Muster haben Bedeutung für das Tierwohl und für Personen, die Training lehren oder beraten.
Die Forscherinnen und Forscher gruppierten die Teilnehmenden nach drei ethischen Orientierungen:
- anthropozentrische Orientierung – Tiere vorwiegend in Bezug auf menschliche Nutzung sehen,
- auf Tierwohl ausgerichtete Haltung – Fokus auf gutes Wohlergehen der Tiere,
- Tierrechtsorientierung – Tieren eine stärkere moralische Stellung zugestehen.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang: Besitzer mit anthropozentrischer Haltung nutzten eher bestrafende Methoden, während Anhänger des Tierwohls häufiger positive Methoden einsetzten. Peter Sandø, Professor und Seniorautor, sagte, Strafanwender nähmen Hunde oft vor allem als für menschliche Zwecke existierend wahr. Er betonte zudem: "Training ist keine neutrale Tätigkeit. Es ist eine Tätigkeit, in der die Sicht des Besitzers auf das Tier sichtbar wird." Die Studie verwendet ein Messinstrument zur animalischen ethischen Orientierung, das an der Universität Kopenhagen entwickelt und zuvor in Verbraucherstudien eingesetzt wurde. Sie ist nicht repräsentativ und erschien in der Fachzeitschrift Anthrozoös; ähnliche Muster könnten in anderen Ländern unterschiedlich verteilt sein.
Schwierige Wörter
- orientierung — grundlage für moralische oder praktische Ausrichtungethischen Orientierungen, anthropozentrische Orientierung, animalischen ethischen Orientierung
- anthropozentrisch — Menschen in Mittelpunkt, andere Lebewesen nach Nutzenanthropozentrische Orientierung
- tierwohl — gutes Leben und gesundheitliches Wohl von Tieren
- tierrechtsorientierung — Auffassung, dass Tiere starke moralische Rechte haben
- bestrafungsbasiert — Methoden, die Strafen oder negative Folgen einsetzenbestrafungsbasierte
- messinstrument — Werkzeug oder Fragebogen zur Messung einer Eigenschaft
- repräsentativ — nicht unbedingt typisch für die ganze Population
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen können unterschiedliche ethische Orientierungen für das Wohl von Hunden haben? Nennen Sie Gründe.
- Wie könnten Hundetrainerinnen und Hundetrainer ihre Beratung an verschiedene Besitzerhaltungen anpassen?
- Welche Vorteile und Nachteile sehen Sie in der Verwendung positiver Methoden gegenüber bestrafenden Techniken?
Verwandte Artikel
Frühe Eukaryoten lebten am Meeresboden
Forschende untersuchten sehr alte Fossilien und Gesteine. Die Ergebnisse zeigen, dass frühe Eukaryoten vermutlich am Meeresboden lebten und teilweise Luft im Wasser brauchten. Spätere Klimaveränderungen beeinflussten die Entwicklung des Lebens.
Wärmere Temperaturen machen invasive braune Anolis-Echsen aggressiver
Eine Studie zeigt: Bei steigender Temperatur werden invasive braune Anolis‑Echsen aggressiver als einheimische grüne Anolis‑Echsen. In kontrollierten Gehegen stieg Aggression bei beiden Arten, aber stärker bei den braunen, was Konkurrenz zugunsten der Invasoren verschieben könnte.
Kurze VR‑Nahtoderfahrung verringert Todesangst
Eine kleine Pilotstudie fand, dass eine einzelne kurze Sitzung in virtueller Realität, die eine Nahtoderfahrung simuliert, die Todesangst und den Stress von College‑Studierenden deutlich reduzierte. Einige Teilnehmende berichteten positive Veränderungen, wenige hatten mehr Angst.
Wissenschaft in afrikanischen Sprachen
Eine Radiosendung untersucht, wie Übersetzung und lokale Sprachen Wissenschaft in Afrika zugänglicher machen können. Expertinnen und Experten sprechen über Herausforderungen, Praxis und Wege, Gemeinschaften in die Gestaltung wissenschaftlicher Sprache einzubeziehen.