Mehr Umweltverfahren in der Dominikanischen RepublikCEFR B2
17. Nov. 2025
Adaptiert nach Carolina Pichardo, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Aldward Castillo, Unsplash
Stand September 2025 sind 118 Fälle wegen Verstößen gegen das Gesetz 64-00 über Umwelt und natürliche Ressourcen gerichtlich anhängig. Das gestiegene öffentliche Bewusstsein hat zu mehr Meldungen geführt, weshalb das Ministerium für die Umwelt, der Nationale Umweltschutzdienst (SENPA) und die spezialisierte Staatsanwaltschaft enger kooperieren, um Ermittlungen zu koordinieren und Delikte strafrechtlich zu verfolgen. Artikel 175 listet verschiedene Umweltstraftaten auf, etwa Abholzungen in Schutzgebieten, illegale Entnahme von Sand und Gestein, Handel mit geschützten Arten und das Einleiten giftiger Stoffe.
SENPA-Daten für 2020 bis Mitte 2025 zeigen das Ausmaß: 9,350 Fälle wegen Baumfällung und 2,620 wegen provisorischer Müllablagerungen und Wasserverschmutzung. Behörden beschlagnahmten 63,613 nicht identifizierte Einheiten Sand, 16,449 Säcke Kohle und 416,087 Holzstücke; im ersten Quartal 2025 wurden zudem 647 Pfund Papageienfisch und 40 Pfund andere Fische sichergestellt. Zwischen 2020 und Mitte 2025 wurden mindestens 165,514 Umwelteinsätze eingeleitet, wobei 2024 mit 22 Prozent einen großen Anteil hatte. In den ersten sechs Monaten 2025 registrierte man rund 10,940 Patrouillen und 1,161 beschlagnahmte Fahrzeuge. Beschlagnahmtes Material wird dokumentiert und für Bewertung, gesetzliche Entsorgung oder Wiederverwendung in institutionellen Programmen an die Behörden übergeben.
Die App Green Line ist die Hauptquelle für Beschwerden, die auch per Telefon, WhatsApp oder persönlich eingereicht werden können. Meldungen stammen überwiegend aus dem National District, Santo Domingo, Santiago, Dajabón und La Altagracia; Provinzbeauftragte prüfen die Fälle vor Ort. Eine Erstprüfung erfolgt meist innerhalb von 10–15 Arbeitstagen, Hinweisgeber können anonym bleiben und den Status mit einem Code verfolgen. Bestätigte Verstöße werden an die Inspektionsdirektion als komplexe Fälle weitergeleitet und nach Vorschrift sanktioniert.
Konkrete Maßnahmen zeigen Ergebnisse: Am 7. Juli 2025 meldeten Gemeinschaftsgruppen angebliche Zerstörung von Meeresschildkrötennestern in Verbindung mit dem Hotel Sirenis und der Matute Hotel Group; Behörden empfahlen Verwaltungssanktionen, die Einstellung von Aktivitäten bis zur Vorlage eines Küstensanierungsplans und die Weiterleitung an spezialisierte Stellen. Am 3. September wurde das Restaurant Pescadería L&R inspiziert; 28 Pfund Papageienfisch und 15 Pfund Schnecken wurden wegen Verkaufs in einer geschlossenen Periode sichergestellt, die Aktivitäten eingestellt und der Fall zur gerichtlichen Bearbeitung weitergeleitet. Bei einer Inspektion im Februar 2025 am Río Verde bestätigte man kontaminierte Einleitungen von einer Schweinefarm, mangelhafte Hygiene und einen offenbar nicht funktionstüchtigen Biodigester, was laut Artikel 82 zu unhygienischen Bedingungen und Verschmutzung führte.
Schwierige Wörter
- anhängig — gerichtlich noch nicht abgeschlossen, in einem Verfahren
- beschlagnahmen — Amtlich Sachen wegnehmen und sichernbeschlagnahmten
- Einsatz — gezielte Aktion einer Behörde oder EinheitUmwelteinsätze
- Patrouille — kontrollierende Runde von Polizei oder MannschaftPatrouillen
- sanktionieren — eine Strafe oder Maßnahme verhängensanktioniert
- Hinweisgeber — Person, die eine Beschwerde oder Information meldet
- kontaminiert — mit Schadstoffen oder Gift verunreinigtkontaminierte
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile und Nachteile sehen Sie, wenn Hinweisgeber anonym bleiben können? Begründen Sie Ihre Meinung.
- Wie könnten Behörden die Dokumentation und Wiederverwendung beschlagnahmter Materialien verbessern? Nennen Sie konkrete Vorschläge.
- Welche Wirkung kann die engere Zusammenarbeit zwischen Ministerium, SENPA und der spezialisierten Staatsanwaltschaft auf den Umweltschutz haben? Geben Sie Gründe und mögliche Folgen.
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