Wissenschaftler untersuchten, ob Umweltbedingungen die Evolution von Darmmikrobiomen bei wild lebenden afrikanischen Pflanzenfressern beeinflussen. Die Studie wurde im vergleichsweise trockenen Etosha-Nationalpark in Namibia durchgeführt. Ziel war es, zu prüfen, ob Darmmikrobiome einem Muster namens Phylosymbiose folgen, also ob eng verwandte Wirtsarten ähnliche mikrobielle Gemeinschaften im Darm haben.
Das Team sammelte frische Kotproben von 11 Pflanzenfresserarten, darunter afrikanische Elefanten, angolanische Giraffen, Gnus, zwei Zebraarten und mehrere Antilopen. Aus den Proben wurde DNA extrahiert und sequenziert, um die Arten und Mengen der vorhandenen Bakterien zu bestimmen.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Arten: Bei sechs Arten gab es wenig bis keine Hinweise auf Phylosymbiose, während fünf Arten — Roter Hartebeest, Blaues Gnu, Gemsbok, Impala und Springbock — Muster zeigten, die zu Phylosymbiose passen. Alle fünf gehören zu den Boviden. Die Autorinnen und Autoren schlagen vor, dass die trockene Umgebung in Etosha solche wirtsbezogenen Muster sichtbarer macht.
Schwierige Wörter
- Umweltbedingung — Außenfaktoren wie Klima oder LebensraumUmweltbedingungen
- Evolution — Langsame Veränderung von Arten über Zeit
- Darmmikrobiom — Bakteriengemeinschaft im Verdauungstrakt eines TieresDarmmikrobiomen, Darmmikrobiome
- Phylosymbiose — Ähnliche Darmbakterien bei eng verwandten Wirten
- Wirtsart — Bestimmte Art, die andere Organismen beherbergtWirtsarten
- Kotprobe — Frische Ausscheidung eines Tieres für UntersuchungKotproben
- sequenzieren — DNA in Teile lesen und analysierensequenziert
- Bovide — Mitglieder der Familie der RinderartigenBoviden
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Diskussionsfragen
- Warum könnten die Autorinnen und Autoren denken, dass eine trockene Umgebung wirtsbezogene Muster sichtbarer macht?
- Welche Vorteile hat es, Darmmikrobiome verschiedener Tierarten zu vergleichen?
- Welche Schwierigkeiten oder Einschränkungen kann die Arbeit mit Kotproben mit sich bringen?
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