Transgender in Pakistan: Arbeit, Klima und WandbilderCEFR B2
9. Dez. 2025
Adaptiert nach Rezwan, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von nouman makhdoom, Unsplash
Die Transgender-Gemeinschaft in Pakistan steht vor langjährigen strukturellen Hindernissen: Oft fehlen Bildungschancen, Zugang zum Gesundheitssystem und sichere Beschäftigungen. Rechtlich war der Weg uneinheitlich. 2012 entschied der Oberste Gerichtshof Pakistans, ein drittes Geschlecht offiziell anzuerkennen und dieses in Ausweisen und Wählerverzeichnissen zu vermerken. Das Transgender Persons (Protection of Rights) Act von 2018 versprach zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Im Jahr 2023 hob der Federal Shariat Court zentrale Teile dieses Gesetzes auf, darunter Regelungen zur Selbstidentifikation und zur Erbfolge, und bezeichnete sie als „nicht islamisch“. Diese Entscheidung verstärkte öffentliche Empörung und führte zu Unsicherheit in staatlichen Institutionen, was die praktische Umsetzung von Rechten erschwert.
Die Gender Interactive Alliance (GIA) in Karachi, eine von Trans-Menschen geführte Organisation, hat zwischen 2010 und 2015 zur Durchsetzung einer eigenen Geschlechtskategorie in amtlichen Dokumenten beigetragen. Nach dem juristischen Rückschlag erweiterte GIA ihre Arbeit: Gesundheitszugang, soziale Absicherung, Beschäftigung, Wohnraum und psychische Gesundheitsförderung wurden verstärkt. Ab 2024 fügte die Organisation Klimagerechtigkeit hinzu und entwickelte die Marken EcoDignity und Begum Bazaar, um Recycling und Upcycling mit Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten zu verknüpfen. EcoDignity nutzt Materialien wie alte Kleidung, Stoffreste und aussortierte Schreibwaren, um Teilnehmende in Handwerk und Design auszubilden und marktfähige Produkte zu schaffen.
Im November 2025 führte GIA in Karachi eine Klimabewusstseinsveranstaltung mit Unterstützung der lokalen Verwaltung durch und verband lokale Probleme wie mangelhafte Entwässerung, Abfallwirtschaft, Stromausfälle und Wohnunsicherheit mit größeren Klimarisiken wie Stadtüberschwemmungen und Hitzewellen. Zudem leitete GIA ein zweitägiges, gemeinschaftlich gestaltetes Wandbild mit dem Titel ‚WAll of Resistance‘ an einer Town-Council-Mauer in Chanesar Town, gemeinsam mit AWID und lokalen Künstlern. Das Wandbild wurde unter der Leitung der trans Aktivistin und Künstlerin Bubbles erstellt; beteiligt waren Basis-Mitglieder und die Projektbeauftragte Aradhyia Khan. GIA betont, dass Gerechtigkeit zentral für die Klimaarbeit ist und setzt auf öffentliche Kunst und den Erfolg seiner Unternehmungen, um dauerhafte Dialoge mit Behörden zu sichern und die Einbindung in die Stadtplanung zu fördern.
Schwierige Wörter
- strukturell — mit dem Aufbau oder System verbundenstrukturellen
- selbstidentifikation — das eigene Geschlecht selbst benennen
- erbfolge — geregelte Reihenfolge bei der Vermögensübertragung
- empörung — starke öffentliche Entrüstung oder Wut
- klimagerechtigkeit — faire Verteilung der Folgen des Klimawandels
- upcycling — Waren aus Abfallmaterialien neu herstellen
- entwässerung — Ableitung von Wasser aus Stadtgebieten
- wohnunsicherheit — unsichere Lage beim Zugang zu Wohnraum
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen kann die Aufhebung wichtiger Gesetzesregelungen durch ein Gericht für die Alltagssituation von Trans-Personen haben?
- Wie könnten Projekte wie EcoDignity dazu beitragen, sowohl Einkommen zu schaffen als auch Umweltprobleme zu mindern?
- Auf welche Weise kann öffentliche Kunst den Dialog zwischen der Trans-Community und städtischen Behörden fördern?
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