Soziale Medien in China und EssstörungenCEFR B1
15. Apr. 2026
Adaptiert nach Lina Ma, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Declan Sun, Unsplash
Auf Plattformen wie Xiaohongshu tauchen Begriffe wie „ED“ und verschlüsselte Labels wie „ED 女“ oder „CT“ (Cui Tu, erzwungenes Erbrechen) auf. In diesen Räumen wird extreme Schlankheit oft nicht als medizinisches Problem, sondern als disziplinierter Lebensstil und als Quelle von Zugehörigkeit dargestellt. Beiträge dokumentieren strenge Routinen, tägliche Check‑ins mit Gewicht und Kalorien sowie Lob in Kommentarspalten.
Communitys nutzen Codes, Abkürzungen und Symbole, um Moderation zu umgehen. Emojis wie ein Kaninchen (tù) können Erbrechen bedeuten, und Abkürzungen wie „ct“ und „jc“ (jieshi, Nahrungsbeschränkung) sind verbreitet. Auch Trends wie die A4‑Taillenchallenge (entstand 2016) zirkulieren als erstrebenswerte Bilder.
Studien zeigen einen Anstieg von Essstörungen in den letzten Jahrzehnten; mehr als 21 per cent der Teenager zeigten Anzeichen und mehr als 11 per cent hatten klinisch relevante Symptome. Das höchste Risiko liegt bei weiblichen Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren aus einkommensschwächeren Familien und ärmeren Regionen. Forschende nennen Pubertätsentwicklung, stärkere Social‑Media‑Exposition und größere Sorgen um das Körperbild als Gründe. Expertinnen und Experten warnen, dass alleinige Löschung nicht ausreicht; nötig sind bessere Prävention und Unterstützung durch Schulen, Familien und Gesellschaft.
Schwierige Wörter
- plattform — Ort im Internet für Inhalte und AustauschPlattformen
- verschlüsseln — in eine geheime oder codierte Form bringenverschlüsselte
- Moderation — Überprüfung von Inhalten auf Regeln oder Gefahren
- Abkürzung — kürzere Form eines längeren Wortes oder AusdrucksAbkürzungen
- Essstörung — krankhafte Probleme mit Essen und GewichtEssstörungen
- Anstieg — Zunahme von Anzahl oder Häufigkeit
- Prävention — Maßnahmen, die Probleme vorher verhindern
- Unterstützung — Hilfe von Personen oder Institutionen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum können Codes und Emojis in sozialen Medien gefährlich sein, wenn es um Essverhalten geht?
- Welche Rolle können Schulen und Familien laut Text bei der Prävention von Essstörungen spielen?
- Welche Maßnahmen würdest du vorschlagen, um Jugendlichen online bessere Unterstützung zu bieten?
Verwandte Artikel
Blut-piRNAs sagen kurzfristiges Überleben bei Älteren voraus
Eine Studie unter Leitung von Duke Health zeigt, dass kleine RNA‑Moleküle (piRNAs) im Blut vorhersagen können, ob Menschen ab 71 Jahren voraussichtlich mindestens zwei weitere Jahre leben. Die Ergebnisse wurden in Aging Cell veröffentlicht.
Haar zeigt chemische Belastungen über Monate
Neue Forschungen der University of Texas at Austin zeigen, dass menschliches Haar chemische Expositionen über Tage, Wochen und Monate speichern kann. Forschende erhitzen Haarsträhnen und messen die freigesetzten Moleküle mit einem Massenspektrometer.
Hydrogel-Verband gibt Antibiotikum nur bei Infektion frei
Forscher entwickelten ein intelligentes Hydrogel, das ein Antibiotikum erst freisetzt, wenn schädliche Bakterien Beta-Lactamasen produzieren. Tests in Labor und an Mäusen zeigten gezielte Wirkung, bessere Wundheilung und weniger unnötigen Antibiotikaeinsatz.
Mehr Schizophrenie-Krankenhausbesuche in durch Straßen isolierten Stadtteilen
Eine Studie in New York City zeigt, dass Stadtviertel, die durch Straßen und fehlende Fußwege isoliert sind, mit mehr Schizophrenie-bezogenen Krankenhausbesuchen verbunden sind. Der Zusammenhang bestand unabhängig von verkehrsbedingter Luftverschmutzung.
Junge Krebsüberlebende altern schneller
Eine Studie findet, dass Menschen, die als Jugendliche oder junge Erwachsene Krebs hatten, biologisch und in der Hirnfunktion schneller altern. Chemotherapie ist besonders mit dem beschleunigten Altern verbunden; Forschende prüfen Lebensstil‑Interventionen.