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Proteste in Madagaskar wegen Strom- und Wasserausfällen — Level B2 — a person riding a horse drawn carriage down a street

Proteste in Madagaskar wegen Strom- und WasserausfällenCEFR B2

7. Okt. 2025

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
6 Min
346 Wörter

Madagaskar erlebt anhaltende soziale Krisen wegen wiederholter Stromausfälle und Unterbrechungen der Wasserversorgung. Das staatliche Versorgungsunternehmen Jirama ist für die Erzeugung und Verteilung von Strom und Trinkwasser im Land mit 30 Millionen Einwohnern verantwortlich. Beschädigte Anlagen, niedrige Wasserstände in der Trockenzeit und nicht voll leistungsfähige Staudämme haben die Liefermengen jedoch reduziert. In einigen Stadtteilen von Antananarivo erhalten Bewohner nur drei Stunden Strom pro Tag und müssen ein bis drei Stunden in Schlangen stehen, um geringe Mengen Wasser zu bekommen.

Im September 2025 mobilisierte die Generation‑Z‑Bewegung "Leo Délestage" über soziale Medien zu friedlichen Protesten. Am 25. September 2025 untersagten die Behörden eine Kundgebung im Ambohijatovo-Park, viele Demonstrierende kamen dennoch. Augenzeugen berichten von Tränengaseinsatz, Festnahmen und körperlicher Gewalt gegen Teilnehmende, darunter auch gegen Online‑Influencer. In der Nacht eskalierte die Lage: Plünderungen, Vandalismus und Brände betrafen Supermärkte, Einkaufszentren und Banken. Der Polizeichef der Region Analamanga, Angelo Ravelonarivo, verhängte eine Ausgangssperre von 7 Uhr bis 5 Uhr, doch die Unruhen setzten sich an einigen Orten fort.

Die Angaben zu Opfern schwanken in den Berichten: An einer Stelle ist von mindestens sechs Toten nach Zusammenstößen mit der Polizei die Rede, an anderer Stelle von mehreren Verletzten und mindestens fünf Toten, darunter zwei Kinder. Am 26. September wurde in der Provinz Antsiranana (Diego Suarez) ein Universitätsstudent von der Polizei erschossen; ein Video des Angriffs wurde von Fit Prod-Action aufgenommen und von KOLO TV gezeigt. Studierende trugen den Leichnam ihres Kommilitonen in das Stadtzentrum.

In sozialen Medien und beruflichen Netzwerken erschienen zahlreiche Videos, Bilder und Berichte. Bekannt wurden die Festnahme und spätere Freilassung einer Frau namens Alissa nach Online‑Appellen von Influencern wie Fitiavana Mickael. Unternehmens- und Fachbeiträge beschrieben Verluste, Frust und Forderungen nach Gerechtigkeit; LinkedIn‑Posts von Lalaina Minah Ranaivomanana und Santatra Rakotovao riefen zur Überwachung durch Beobachter für Menschenrechte und Völkerrecht auf. Am 27. September entließ Präsident Andry Rajoelina den Energieminister Olivier Jean Baptiste, doch Demonstrierende erklärten, ein Ministerwechsel reiche nicht aus. Es ist unklar, welche nächsten Schritte Behörden oder Protestführer ergreifen werden, um die grundlegenden Probleme der Versorgungsausfälle, der öffentlichen Sicherheit und der Verantwortlichkeit zu lösen.

Schwierige Wörter

  • versorgungsunternehmenFirma oder Behörde, die öffentliche Dienste liefert
  • erzeugungHerstellung oder Produktion von Energie oder Gütern
  • staudammMauer, die Wasser für Speicher und Energie staut
    Staudämme
  • ausgangssperreVerbot, sich zu bestimmten Zeiten draußen aufzuhalten
  • plünderungGewaltsames Stehlen aus Geschäften oder Gebäuden
    Plünderungen
  • verantwortlichkeitPflicht, für etwas Rechenschaft zu geben
  • eskalierenSich verschlimmern oder intensiver und gefährlicher werden
    eskalierte

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche kurzfristigen Maßnahmen könnten die Regierung oder Versorgungsunternehmen ergreifen, um die Strom- und Wasserversorgung wieder stabiler zu machen? Nenne konkrete Beispiele.
  • Welche Folgen können wiederholte Stromausfälle und Wasserknappheit für den Alltag der Menschen in einer Stadt haben? Nenne mindestens zwei Auswirkungen.
  • Welche Chancen und Risiken siehst du, wenn soziale Medien zur Mobilisierung von Protesten verwendet werden, wie im Text beschrieben?

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