Der wachsende Druck auf die Nahrungsproduktion und veränderte Witterungsmuster machen den Ausbau der Bewässerung notwendig. Richard Colback von der International Finance Corporation (IFC) nennt kleinteilige, bäuerlich geführte Bewässerungssysteme als praktikable Option: Sie können geteilt, im Besitz der Bauern sein oder als Dienstleistung angeboten werden. Solche Systeme erfordern in der Regel geringere Investitionen als große Projekte, liefern höhere Erträge, sind leichter zu warten und geben den Landwirten mehr Kontrolle.
Afrika verfügt über große Grundwasserressourcen; in Teilen liegt Wasser innerhalb von sieben Metern und ist mit Pumpen erreichbar. Solarbetriebene Systeme erzeugen einen um 95 bis 97 Prozent kleineren Emissions-Fußabdruck als Pumpen mit Diesel oder Netzstrom. Präzisionsbewässerung und sensorbasierte Systeme bringen Wasser direkt zu den Wurzeln und messen die Bodenfeuchte in Echtzeit.
Konkrete Beispiele: Ein kenianischer Bauer installierte ein kleines solarbetriebenes System, sammelte Regen, pumpte Wasser in einen Überkopftank und verteilte es über vergrabene Leitungen; daraus erzielte er aus einer Tomatenernte KES 40.000 (rund US$400). In Ghana investierte das Ghana Commercial Agriculture Project US$62 million zur Modernisierung von Bewässerung und Entwässerung; das Projekt kam rund 14.000 Menschen zugute und steigerte den durchschnittlichen Reisertrag von 4,5 metrischen Tonnen pro Hektar auf etwa 5,5 metrische Tonnen pro Hektar.
Die Kosten für einen breiteren Ausbau sind beträchtlich: geschätzt US$26 billion bis US$50 billion jährlich in den nächsten zwei Jahrzehnten. Zu den Herausforderungen zählen Oberflächenwassergrenzen, Grundwassererschöpfung, Versalzung, Abfluss, fragmentierte Märkte und begrenzte Kleinstkreditvergabe. Colback weist darauf hin, dass bewährte Lösungsansätze existieren, etwa Blended Finance, bessere Bewirtschaftungspraktiken, kooperative Governance und grenzüberschreitende Wasserabkommen; er verweist auf das Water Scarcity Program der Food and Agriculture Organization und das IFC‑IFAD Handbook for Scaling Irrigation Systems als Rahmenwerke.
Schwierige Wörter
- bewässerung — Wasser zuführen, damit Pflanzen besser wachsen.Präzisionsbewässerung
- grundwasserressource — Wasser unter der Erdoberfläche, nutzbar für Bewässerung.Grundwasserressourcen
- solarbetrieben — Mit Energie von der Sonne betrieben, ohne Diesel.Solarbetriebene
- präzisionsbewässerung — Gezielte Bewässerung, die Wasser direkt zu Wurzeln bringt.
- versalzung — Anstieg des Salzgehalts im Boden oder Wasser.
- kleinstkreditvergabe — Vergabe kleiner Kredite an einzelne Landwirte oder Haushalte.
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Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei kleinteiligen gegenüber großen Bewässerungsprojekten?
- Wie könnten solarbetriebene Systeme die landwirtschaftliche Produktion in Ihrer Region beeinflussen?
- Welche Maßnahmen aus dem Text erscheinen Ihnen am wichtigsten, um Grundwassererschöpfung oder Versalzung zu vermeiden?
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