Mehrere bestätigte und verdächtige Hantavirus-Fälle wurden mit dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff MV Hondius in Verbindung gebracht, das von Argentinien nach Kap Verde unterwegs war. Einige der 147 Passagiere reisten später durch Südafrika. Am Mittwoch (13 May) teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, dass 11 Fälle gemeldet worden seien, darunter drei Todesfälle; acht Fälle sind als Hantavirus bestätigt, zwei gelten als wahrscheinlich und ein weiterer Fall bleibt ungeklärt, bis zusätzliche Tests vorliegen.
Ein 70-jähriger Mann starb bei der Ankunft auf St Helena. Seine 69-jährige Ehefrau brach am OR Tambo International Airport in Johannesburg zusammen und verstarb später; Labortests bestätigten in beiden Fällen Hantavirus. Ein britischer Mann, der an Bord erkrankte, wurde positiv getestet und befindet sich in einer privaten medizinischen Einrichtung in Südafrika in kritischem Zustand in Isolation. Drei Simbabwer, die von Ascension Island evakuiert wurden, werden in Harare 45 days in einer dafür vorgesehenen Isolierstation überwacht und sind derzeit gesund. Eine Änderung am 14/05/26 stellte klar, dass in Simbabwe keine bestätigten Hantavirus-Fälle vorliegen.
Die WHO erklärte, der Ausbruch betreffe den Andes-Stamm, eine Variante, die vor allem in Südamerika vorkommt und als einzige für dokumentierte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen bekannt ist. Dieser Stamm kann das Hantavirus-Kardiopulmonale Syndrom verursachen; eine Übertragung erfordert meist engen, verlängerten Kontakt, weshalb die Gesamtwahrscheinlichkeit einer Infektion gering eingeschätzt wird. Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass es bei Besuchen in von Nagetieren befallenen Gebieten in Argentinien, Chile und Uruguay zu Expositionen kam, bevor die Passagiere an Bord gingen. Hantavirus wird hauptsächlich durch Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen und oft beim Einatmen kontaminierter Stäube beim Reinigen geschlossener Räume übertragen.
Behörden empfehlen konkrete Maßnahmen zur Reduktion des Nagetierkontakts:
- Schließen von Löchern in Häusern und Lagerräumen,
- gerechte Lagerung von Lebensmitteln,
- Tragen von Schutzausrüstung beim Reinigen potenziell kontaminierter Bereiche.
Der Vorfall hat die Überwachung in Afrika verstärkt und Debatten über die Bereitschaft ausgelöst. Experten betonen, dass Reisebewegungen Meldungen über Grenzen hinweg tragen und Überwachungssysteme besonders dort prüfen sollten, wo Diagnostik und Ausbruchsbereitschaft begrenzt sind. Simbabwes Behörden berichteten, das Land stärke Labor- und Überwachungskapazitäten mit Unterstützung des Pandemic Fund und verfüge über einen One Health Strategic Plan zur Verbesserung der Bereitschaft gegenüber zoonotischen Gefahren.
Schwierige Wörter
- hantavirus — Virus, das schwere Lungenerkrankungen verursachen kann.
- stamm — Gruppe verwandter Varianten eines Virus.Andes-Stamm
- übertragen — Eine Krankheit von einer Person zur anderen weitergeben.
- exposition — Kontakt oder Einwirkung auf eine gefährliche Substanz.Expositionen
- überwachung — Fortlaufende Beobachtung zur Erkennung von Problemen.Überwachungskapazitäten
- bereitschaft — Vorbereitetsein für Notfälle oder Gefahren.Ausbruchsbereitschaft
- zoonotisch — Von Tieren auf Menschen übertragbar.zoonotischen
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Diskussionsfragen
- Welche der im Artikel genannten Maßnahmen zur Reduktion des Nagetierkontakts halten Sie für am wichtigsten und warum? Nennen Sie ein oder zwei Gründe.
- Welche Probleme können Länder mit begrenzter Diagnostik und Überwachungsfähigkeit bei grenzüberschreitenden Ausbrüchen haben?
- Welche Änderungen oder Empfehlungen würden Sie für Reisende vorschlagen, die Gebiete mit Nagetieren besuchen, basierend auf dem Artikel?
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