In der Studie wurden Daten aus einer repräsentativen Langzeituntersuchung verwendet, die mehr als 8.200 Menschen über 50 Jahre über einen Zeitraum von 24 Jahren begleitete. Die Forschenden erfassten den Body‑Mass‑Index (BMI) im Zeitverlauf und testeten verschiedene kognitive Funktionen, darunter Gedächtnis und exekutive Fähigkeiten wie Organisieren, Planen und Konzentration.
Die Analyse ergab, dass ein höherer BMI über die Zeit mit einem schnelleren Rückgang der geistigen Fähigkeiten verbunden war. Jede einzelne Einheit Zunahme des BMI war mit einem beschleunigten Abbau verknüpft; die stärkste Korrelation zeigte sich im achten Jahr der Studie und trat besonders bei Erwachsenen über 65 auf. Adipositas (BMI von 30 oder höher) war negativ mit der Gehirngesundheit assoziiert.
Als mögliche biologische Prozesse nennen die Forschenden Entzündungen, verminderte Durchblutung des Gehirns und Insulinresistenz. Suhang Song betont, dass Gewichtsmanagement die Rate des kognitiven Abbaus innerhalb von nur zwei Jahren deutlich senken kann. Die Studie erschien im Journal of Neurology.
Schwierige Wörter
- repräsentativ — für die ganze Gruppe typisch und aussagekräftigrepräsentative
- Langzeituntersuchung — Studie, die Menschen über lange Zeit beobachtet
- exekutiv — Fähigkeiten zum Planen, Organisieren und Steuernexekutive
- Adipositas — starker Übergewichtszustand mit hohem BMI
- Entzündung — Reaktion des Körpers mit Schwellung oder SchmerzEntzündungen
- Insulinresistenz — wenn Körper nicht richtig auf Insulin reagiert
- Gewichtsmanagement — Maßnahmen, um Körpergewicht zu halten oder reduzieren
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Gewohnheiten oder Maßnahmen zum Gewichtsmanagement könnten Sie im Alltag anwenden und warum?
- Findet Sie es überraschend, dass Gewichtsänderungen schon innerhalb von zwei Jahren die kognitive Leistung beeinflussen können? Warum?
- Welche der genannten biologischen Prozesse (Entzündungen, verminderte Durchblutung, Insulinresistenz) erscheint Ihnen am plausibelsten für den Effekt auf das Gehirn? Begründen Sie kurz.
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