Ein Team der Universität Zürich testete das Verhalten von mehr als 550 Personen in wiederholten Spielsituationen. Die Teilnehmenden spielten mehrere Runden Schere‑Stein‑Papier gegen menschliche oder künstliche Gegner. Mit einem neuen computergestützten Modell beschrieben die Forschenden, wie Menschen die Absichten der Gegner einschätzen und diese Einschätzungen nach jeder Runde ändern.
Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) fanden die Forschenden bestimmte Hirnbereiche, die aktiv wurden, wenn Teilnehmende ihre Meinung revidierten. Die gemessene Aktivität sagte voraus, wie stark sich jemand anpasste, und bei fast 90% der Teilnehmenden gelang diese Vorhersage.
Schwierige Wörter
- wiederholt — etwas passiert mehrmals hintereinander, nicht nur einmalwiederholten
- spielsituation — eine Lage in einem Spiel, wo man spieltSpielsituationen
- computergestützt — mit Computerhilfe gemacht oder berechnetcomputergestützten
- einschätzung — eine Meinung oder Bewertung über etwasEinschätzungen
- magnetresonanztomografie — Bildgebungsmethode, die das Gehirn sichtbar macht
- vorhersage — eine Aussage, was wahrscheinlich passieren wird
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Hast du schon einmal Schere‑Stein‑Papier gespielt? Wie war das für dich?
- Würdest du lieber gegen einen Menschen oder gegen einen Computer spielen? Warum?
- Glaubst du, dass man Verhalten durch Gehirnaktivität vorhersagen kann? Warum oder warum nicht?
Verwandte Artikel
Gehirnbilder zeigen Unterschiede bei WTC‑Ersthelfern mit PTBS
Forscher nutzten Gehirnscans von WTC‑Einsatzkräften und fanden strukturelle Unterschiede bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung. Die Befunde betreffen die Grenze zwischen grauer und weißer Substanz und könnten Diagnosen verbessern.
Studie: Alzheimer-Screening zeigt Geschlechtsunterschiede
Eine Studie der Georgia State University zeigt, dass gängige Screening‑Tests wie der MMSE bei Frauen und Männern unterschiedliche Gehirnveränderungen abbilden können. Forschende schlagen vor, Tests geschlechtsspezifisch zu interpretieren.
Zwei Mikroglia‑Typen beeinflussen Angst bei Mäusen
Forscher an der University of Utah fanden zwei Mikroglia‑Gruppen, die bei Mäusen Angst entweder auslösen oder verhindern. Die Studie in Molecular Psychiatry zeigt neue Therapieideen, doch Behandlungen sind nicht kurzfristig zu erwarten.
Nasenspray mit Vesikeln verringert Hirnalterung in Modellen
Forscher entwickelten ein intranasales Nasenspray, das extrazelluläre Vesikel mit Mikro‑RNAs ins Gehirn bringt. In präklinischen Modellen reduzierte es Entzündungen, verbesserte Mitochondrien und das Gedächtnis; Übertragbarkeit auf Menschen ist noch unklar.