Farzana Sithi: Stimme der Frauen nach dem AufstandCEFR B2
18. Okt. 2025
Adaptiert nach Abhimanyu Bandyopadhyay, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Bornil Amin, Unsplash
Farzana Sithi, eine studentische Aktivistin aus Jessore und Freiwillige bei The Hunger Project, wurde während des jugendgeführten Aufstands im Juli bis August 2024 zu einer weithin bekannten Stimme für Frauenrechte. Unterstützer bezeichneten sie als «Tigerin» und «Eiserne Dame», doch sie selbst wurde online und in Verleumdungskampagnen angegriffen.
Sithi sagt, der Aufstand habe als gemeinsamer Widerstand gegen langjährige Diskriminierung begonnen. Als das Regime stürzte, gab es Hoffnungen auf mehr Redefreiheit und Sicherheit. Ein Jahr später aber spreche sie von «Null Fortschritt» und sehe in vielen Bereichen eine Verschlechterung.
Seit dem 5. August 2024 beobachte sie mehr religiöse und geschlechterbezogene Diskriminierung, Lynchmorde, Mob-Gewalt, leichteren Zugang zu illegalen Waffen und routinemäßige Belästigung von Frauen. Viele Märtyrer blieben unversehrt, DNA-Tests seien nicht abgeschlossen, und Familien hätten kaum grundlegende Informationen erhalten. Sie nennt die Weigerung der Übergangsregierung, Aufklärung und Abschluss zu schaffen, das beschämendste Versagen, während der Staat Konzerte und Gedenkveranstaltungen durchführe.
Sithi kritisiert außerdem, dass der Aufstand vereinnahmt und kommerzialisiert worden sei und neue Parteien sich als Erben der Revolution ausgäben. Die Reformkommission empfahl ein konkretes Quorum für Frauenkandidatinnen, das laut Sithi in Verhandlungen von 35 Prozent auf 10 Prozent, dann auf 5 Prozent und schließlich auf 10 Prozent festgelegt wurde. Angesichts der katastrophalen Sicherheitslage – Frauen machen 51 Prozent der Bevölkerung aus und sind häufiger Ziel von Mob-Angriffen, sexueller Gewalt und Online-Belästigung – fordert sie Einheit, Gegenorganisation gegen Ablenkungsmanöver und Solidarität. Sollte die Gewalt anhalten, warnt sie, würden Frauen wieder auf die Straße gehen, um Veränderung zu fordern.
- Mehr Schutz für Frauen fordern
- Aufklärung über die Todesfälle erreichen
- Einheit und Solidarität wieder aufbauen
Schwierige Wörter
- verleumdungskampagne — geplante falsche Beschuldigungen gegen PersonenVerleumdungskampagnen
- lynchmord — Tötung durch wütende Menschenmenge ohne ProzessLynchmorde
- vereinnahmen — etwas für eigene Zwecke kontrollieren oder nutzenvereinnahmt
- quorum — Mindestanteil an Stimmen oder Vertretern
- übergangsregierung — vorläufige Regierung nach einem Sturz
- ablenkungsmanöver — Handlung, die von wichtigen Themen ablenkt
- solidarität — Zusammenhalt und Unterstützung zwischen Menschen
- routinemäßig — regelmäßig und wie üblich durchgeführtroutinemäßige
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum könnte der Aufstand laut dem Text vereinnahmt und kommerzialisiert worden sein? Welche Folgen hat das für die ursprünglichen Ziele?
- Welche konkreten Maßnahmen könnten laut dem Artikel helfen, mehr Schutz und Aufklärung für Frauen und Familien zu erreichen? Nenne zwei Beispiele.
- Wie wichtig ist laut Text Einheit und Solidarität für die Bewegung, und wie könnten Menschen diese wieder aufbauen?
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