Dubioza Kolektiv veröffentlicht satirischen Song „Yebiga“CEFR B2
26. Apr. 2026
Adaptiert nach Global Voices Central & Eastern Europe, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Keagan Henman, Unsplash
Die bosnische Band Dubioza Kolektiv hat mit „Yebiga“ einen weiteren satirischen Song veröffentlicht, der die wachsende Abhängigkeit der Gesellschaft von künstlicher Intelligenz und algorithmischen Entscheidungen kritisiert. Die Band verbindet erneut Humor, politische Kommentare und eingängige Rhythmen, um zu warnen, dass diese Entwicklung in eine Technokratie münden kann, in der technologische Eliten demokratische Institutionen ersetzen.
Das Video ist auf Bosnisch erschienen und wurde mit englischen und spanischen Untertiteln veröffentlicht. Die Eröffnungsbilder zeigen eine digitale Bruderschaft, in der Elon Musk, Peter Thiel und Jeff Bezos als Symbole einer aufsteigenden Technokratie auftreten. Im Refrain verwendet der Text einfache, wiederholende Sätze, etwa frei übersetzt: „KI, uns ist das egal / geht und werft die Bücher weg“ und „KI ist jetzt der Boss; es gibt kein Zurück... was zum Teufel!“. Diese Sprache soll die von der Band kritisierte Denkweise spiegeln.
Regie führte Vedran Mujagić; im Video spielt Zenit Đozić die Figur Đipalo Junuz. Außerdem tritt das fiktive Gerät HEPEK auf, ein mit Schaltkreisen versehener Holzklotz, der schon in der Sketchshow „Top Lista Nadrealista“ (TLN) bei TV Sarajevo zwischen 1984 und 1991 vorkam und Teil der New‑Primitivism‑Subkultur wurde. Im neuen Clip löst ein aufgerüsteter HEPEK KI‑Dilemmata, und das Lied endet mit dem typischen HEPEK‑Sound.
Die YouTube‑Version des Videos erreichte mehr als anderthalb Millionen Aufrufe in einem Monat. Mit „Yebiga“ macht Dubioza Kolektiv auf die Risiken aufmerksam, kritisches Denken an undurchsichtige technische Systeme auszulagern, und fragt nach den Folgen, wenn Menschen aufhören, selbst zu denken.
Schwierige Wörter
- satirisch — spöttisch und kritisch in Kunst oder Textsatirischen
- algorithmisch — durch festgelegte Rechenregeln oder Prozesse gesteuertalgorithmischen
- technokratie — Herrschaft von Technikexpertinnen und Technikexperten
- eingängig — leicht zu merken und angenehm zu höreneingängige
- auslagern — eine Aufgabe an andere Systeme gebenauszulagern
- subkultur — kulturelle Gruppe außerhalb der Mehrheit
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen sieht die Band, wenn Menschen ihr kritisches Denken an technische Systeme auslagern? Nennen Sie zwei mögliche Probleme.
- Wie kann Humor in einem Musikvideo helfen, politische Kritik verständlich zu machen? Geben Sie ein Beispiel aus dem Text.
- Glauben Sie, dass technologische Eliten demokratische Institutionen ersetzen könnten? Begründen Sie Ihre Meinung kurz.
Verwandte Artikel
Horrorcomics gegen politische Ungerechtigkeit
Nick, ein Comiczeichner aus Athen, nutzt Horrorbilder, um politische Probleme sichtbar zu machen. Ereignisse wie das Zugunglück von Tempi und der Krieg ab dem 7. Oktober 2023 verlagerten seinen Fokus auf den Horror des wirklichen Lebens.
KI erweitert Zugang zu sexueller Gesundheit in Lateinamerika
Forschende und NGOs in Peru und Argentinien nutzen Künstliche Intelligenz, um Informationen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu verbreiten. Projekte bieten Chatbots in lokalen Sprachen, es gibt aber Bedenken zu Verzerrungen und Diskriminierung.
Warum KI voreingenommen ist
Forscher der University of Texas at Austin untersuchten problematische Algorithmen und fanden drei Hauptursachen für KI-Bias: fehlende klare Entscheidungsgrundlagen, vereinfachte Modelle der Realität und fehlende Vielfalt bei den Entwicklern. Mehr als bessere Genauigkeit ist nötig.
Chinesische Elektroautos verlagern ihren Fokus nach Afrika
Chinesische Autohersteller expandierten ins Ausland, doch hohe Zölle in den USA und Handelskontrollen in der EU schränken den Zugang ein. Viele Firmen und afrikanische Regierungen bauen nun Produktion, Händlernetz und Infrastruktur in Afrika aus.