Vietnam Rise unterstützt Aktivisten trotz engen FreiräumenCEFR B2
25. Okt. 2025
Adaptiert nach Mong Palatino, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Ngwynh Lawrence, Unsplash
In Vietnam verengt sich der rechtliche und öffentliche Raum für Zivilgesellschaft, was die Arbeit von Basisaktivisten und Menschenrechtsgruppen stark einschränkt. Internationales Bewusstsein für diese politischen Grenzen ist begrenzt; Gründe sind unter anderem das Image des Landes als wirtschaftlicher Erfolg und Touristenziel.
Vietnam Rise, gegründet von drei Mitgliedern der vietnamesischen Diaspora, versucht, diese Lücke zu schließen. Die Organisation veröffentlicht Studien, führt ein Fellowship‑Programm zur Führungsausbildung durch und betreibt ein Inkubationsprogramm mit Startzuschüssen und Projektmanagementunterstützung. Teilnehmende werden bei halbjährlichen Aufnahmen ausgewählt. Themen der Arbeit sind Arbeitsrechte, Bildungszugang und LGBT-Anliegen. Zusätzlich organisiert Vietnam Rise Präsenzschulungen und Studienreisen, damit Aktivisten Erfahrungen austauschen und von Bewegungsakteuren in Südostasien lernen.
Die Organisation berichtet, dass staatliche Medien manchmal Fehlinformationen über ihre Arbeit verbreiten. Der verengte rechtliche Rahmen hat zu Anklagen geführt, etwa wegen Steuerhinterziehung, staatsfeindlicher Propaganda und dem Vorwurf des „Missbrauchs demokratischer Freiheiten“. Unregistrierte Gruppen, die Autorität öffentlich hinterfragen, können als reaktionär oder in Extremfällen als terroristisch eingestuft werden; das hat viele in verdeckte Aktivitäten gedrängt.
Regionale Zusammenarbeit ist zentral für die Strategie von Vietnam Rise. Angesichts knapperer Fördermittel sollen Aktivisten in Südostasien Fähigkeiten, Daten und Wissen bündeln. Vietnam Rise beteiligt sich am Terali‑Projekt, einem Helpdesk für Menschenrechtsverteidiger in Ost‑ und Südostasien, das sich mit Cybersicherheitsproblemen befasst; weitere Helpdesk‑Anbieter sind TibCert und Security Matters. Die Organisation nahm an der Digital Rights Asia-Pacific Assembly 2025 (DRAPAC) teil. Sie organisiert außerdem das Social Movement Festival im November, das Gemeinschaften und jugendgetriebene Initiativen zusammenbringen und eine Offline‑Regional‑NGO‑Rundtischdiskussion zur Einbeziehung marginalisierter Gemeinschaften umfassen soll.
Schwierige Wörter
- Zivilgesellschaft — Organisationen und Gruppen außerhalb des Staates
- verengen — etwas kleiner oder eingeschränkter machenverengt
- Basisaktivist — Aktivist aus lokalen Gemeinschaften, nicht staatlichBasisaktivisten
- Diaspora — Menschen einer Nation, die im Ausland leben
- Inkubationsprogramm — Programm, das neue Projekte finanziell unterstützt
- Fehlinformation — falsche oder irreführende Angaben oder NachrichtenFehlinformationen
- Anklage — formelle Beschuldigung wegen eines möglichen VergehensAnklagen
- Cybersicherheit — Schutz von Computern und Netzwerken vor AngriffenCybersicherheitsproblemen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen kann die Einstufung als „reaktionär“ oder „terroristisch" für Aktivisten und Gruppen haben? Nennen Sie mögliche Risiken mit Bezug auf den Text.
- Welche Vorteile und welche Herausforderungen bringt regionale Zusammenarbeit für Aktivisten in Südostasien laut Artikel? Nennen Sie Beispiele aus dem Text.
- Wie könnten Präsenzschulungen und Studienreisen Aktivisten praktisch helfen? Begründen Sie Ihre Antwort mit möglichen Lernzielen aus dem Text.
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