Neuer Gesetzentwurf in Karnataka schützt Devadasi-FrauenCEFR B2
28. Nov. 2025
Adaptiert nach Sumit Kumar Singh, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von zablanca_clicks, Unsplash
Das Devadasi-System entstand als eine tempelbasierte Rolle für Frauen, die Rituale, Tanz und Musik ausführten. Über die Jahrhunderte wandelte sich die Praxis, und in den letzten Jahrzehnten verloren viele Devadasis ihre traditionellen Aufgaben und erlitten Ausbeutung. Frühere regionale Gesetze, darunter das Bombay Devadasi Protection Act (1934), das Madras Devadasis (Prevention of Dedication) Act (1947), das Karnataka Devadasis (Prohibition of Devotion) Act (1982), das Andhra Pradesh Devadasis (Prohibition of Dedication) Act (1988) und das Maharashtra Devadasi Abolition Act (2005), konnten die Praxis nicht vollständig beenden.
Der Karnataka Devadasi (Prevention, Prohibition, Relief and Rehabilitation) Bill, 2025, markiert einen Wendepunkt: Er verfolgt ein rechtsbasiertes und partizipatives Modell. Die Initiatoren führten Konsultationen mit mehr als 15.000 Devadasi-Frauen, Aktivistinnen und Wissenschaftlern. Der Entwurf definiert Devadasis neu als Trägerinnen von Rechten und will Würde sowie Handlungsfähigkeit wiederherstellen.
Zentrale Bestimmungen betreffen Aufklärungsarbeit und Bildung zur Änderung öffentlicher Einstellungen sowie Förderung von Humanismus und wissenschaftlichem Denken. Der Entwurf sieht rechtliche Identität für Kinder vor: Ein Kind kann beim Taluk-Ausschuss die Vaterschaft feststellen lassen, das Bezirksgericht kann DNA-Tests anordnen, und das Kind gilt als legitim mit Erbanspruch. Weiterhin sind Entschädigungs- und Wohnunterstützung mit Vorgaben zu Hygiene, Komfort und Privatsphäre vorgesehen sowie bevorzugte Zuteilung von Ackerland und Unterstützung für genossenschaftliche Landwirtschaft.
Die Zahlen zur Verbreitung bleiben umstritten: Die National Commission for Women schätzte 48.358 Devadasis im Jahr 2011, ein Sampark-Bericht an die ILO von 2015 nannte nahezu 450.000, und Umfragen in Karnataka durch das KSWDC verzeichneten 22.873 in 1993–94 und 23.787 in 2007–08 (insgesamt etwa 46.660). Befürworter wie Manjula Malagi hoben hervor, dass der Entwurf das Ergebnis jahrelanger Lobbyarbeit sei, und Experten beschrieben ihn als ganzheitliche, rechtsbasierte Gesetzgebung, verwurzelt in verfassungsmoralischen Prinzipien.
Schwierige Wörter
- devadasi — Frau, die traditionell Tempelrituale ausführteDevadasi-System, Devadasis, Devadasi-Frauen
- ausbeutung — ungerechte Nutzung von Menschen oder Arbeit
- rechtsbasiert — auf Anerkennung und Schutz von Rechten beruhendrechtsbasiertes, rechtsbasierte
- partizipativ — bei dem Betroffene mitentscheiden und mitmachenpartizipatives
- handlungsfähigkeit — Fähigkeit, selbst Entscheidungen zu treffen
- aufklärungsarbeit — Maßnahmen, um Öffentlichkeit zu informieren und Einstellungen zu ändern
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glauben Sie, dass rechtliche Identität und DNA-Tests die Rechte von Kindern wirksam schützen können? Begründen Sie Ihre Meinung.
- Welche Vorteile und mögliche Probleme könnte ein rechtsbasiertes, partizipatives Modell für Devadasi-Frauen haben? Nennen Sie Beispiele.
- Die Schätzungen zur Verbreitung der Devadasis variieren stark. Welche Folgen kann diese Unsicherheit für politische Maßnahmen und Unterstützungsprogramme haben?
Verwandte Artikel
Chinesische Fischerei in Mauretanien belastet lokale Fischer
Seit einem Abkommen mit China kontrollieren chinesische Firmen große Teile der industriellen Fischerei in Mauretanien. Lokale Fischer klagen über Überfischung, Artenrückgang und bedrohte Existenzen; Hilfsorganisationen fordern Schutz der Küste.
Dürre und Ernteverluste treffen Bäuerinnen in Westkenia
In Teilen Westkenias fielen die kurzen Regenperioden aus. Feldfrüchte blieben in der Blüte, viele Familien erwarten schlechte Ernten. Frauen sind besonders betroffen, weil sie oft weniger Zugang zu Land, Krediten und Hilfen haben.