Afghanische Journalistin erreicht Leserinnen in ChinaCEFR B2
28. März 2026
Adaptiert nach Lina Ma, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Kuzzat Altay, Unsplash
Als Khadija Haidary vor den Taliban floh, machte ein einmonatiger E‑Mail‑Austausch ihre Lage erstmals einem chinesischen Publikum deutlich. Die Korrespondenz wurde im Oktober 2024 ins Chinesische übersetzt und auf einem mittelgroßen WeChat‑Konto mit dem Namen "Haidary on Positive Links" veröffentlicht. Die Veröffentlichung lenkte die Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Veränderungen nach der Rückeroberung Kabuls durch die Taliban 2021.
Haidary schilderte in den E‑Mails und später im Buch "Ein Brief einer afghanischen Frau" konkrete Einschränkungen für Frauen und Journalistinnen. Zu den beschriebenen Veränderungen gehörten unter anderem:
- Frauen wurden aus der Arbeit gedrängt und durften nicht allein draußen spazieren gehen.
- Frauen durften nicht von männlichen Ärzten behandelt werden und wurden zugleich an medizinischen Fakultäten blockiert.
- Mädchen wurden von Schulen, Parks und Schwimmbädern ausgeschlossen und teilweise in frühe Ehen gedrängt.
- Journalistinnen und Journalisten drohten Haft und in einigen Fällen der Tod, wenn sie die Wahrheit berichteten.
Weilin Hong (洪蔚琳) nahm im September 2024 erstmals Kontakt auf; Anfang Oktober 2024 fand Haidary mit ihrer Familie in Pakistan eine neue Unterkunft. Ein chinesischer Verlag bot später einen Vertrag und einen Vorschuss an, der den Umzug der Familie nach Kanada ermöglichen könnte. Das Buch erschien im August 2025 und verkaufte sich innerhalb weniger Monate mehr als 10.000 Mal. Leserinnen und Leser bewarben das Buch auf Weibo, Xiaohongshu, WeChat, Telegram und Douban, und auch staatliche Medien veröffentlichten Rezensionen.
Die Reaktionen in China reichten von persönlichen Reflexionen bis zu konkreten Hilfsakten. Manche Helferinnen und Helfer gaben Bücher weiter oder schrieben Rezensionen; eine Leserin übergab im November 2025 während einer Geschäftsreise ein Exemplar an Haidary in Pakistan. Im Januar 2026 reflektierte Hong, dass diese stillen Unterstützungen wie eine Staffel quer durch China weitergegeben wurden. Solidarität verschwand nicht, sie wurde aber leiser, fragmentierter und oft persönlich.
Schwierige Wörter
- fliehen — einen gefährlichen Ort verlassen, Sicherheit suchenfloh
- veröffentlichung — etwas öffentlich machen, zum Beispiel Texte
- rückeroberung — Zurückgewinnung eines zuvor verlorenen Gebiets oder Ortes
- einschränkung — Maßnahme oder Zustand, der Freiheiten reduziertEinschränkungen
- blockieren — etwas absichtlich verhindern oder unzugänglich machenblockiert
- solidarität — gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt zwischen Menschen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum könnte die Übersetzung und Veröffentlichung in China großes Interesse geweckt haben? Nenne mögliche Gründe aus dem Text.
- Welche Vorteile und Nachteile haben laut dem Text stille, persönliche Unterstützungen für Geflüchtete wie Haidary?
- Welche Rolle spielten soziale Medien beim Erfolg des Buchs? Nenne Beispiele, die im Text stehen.
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