Eine neue Studie kombiniert fast zwei Jahrzehntelang Satellitenbeobachtungen mit modernen atmosphärischen Reanalyse-Daten. Untersucht wurden Aerosole — winzige Partikel aus Verschmutzung, Waldbränden und Vulkanausbrüchen — und ihr Einfluss auf Wolken sowie auf das zurückreflektierte Sonnenlicht.
Die Forschenden fanden gegenläufige Trends: Auf der Nordhalbkugel führten sauberere Bedingungen über Industriegebieten zu weniger Teilchen, die Wolken beim Reflektieren von Sonnenlicht unterstützen. Dadurch erreichte mehr Sonnenenergie die Erdoberfläche. Auf der Südhalbkugel führten große Ereignisse zu mehr natürlichen Aerosolen, die Wolken aufhellten und mehr Licht ins All zurückwarfen.
Da sich diese Effekte größtenteils aufheben, kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass Aerosoländerungen global nur einen geringen Nettoeinfluss auf den jüngsten Anstieg des Wärme- bzw. Energieungleichgewichts hatten. Zwei unabhängige Methoden zeigten dasselbe hemisphärische Muster.
Schwierige Wörter
- aerosol — winzige Partikel in der LuftAerosole
- reanalyse-daten — moderne Klimadaten aus Modellen und Beobachtungen
- gegenläufig — in entgegengesetzter Richtung, nicht gleichgegenläufige
- nordhalbkugel — nördlicher Teil der Erde über dem Äquator
- teilchen — kleines Stück Material oder Partikel
- aufhellen — heller machen, mehr Licht zurückwerfenaufhellten
- nettoeinfluss — Gesamte Wirkung nach Aufrechnung von Effekten
- hemisphärisch — die eine Erdhalbkugel geografisch betreffendhemisphärische
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Diskussionsfragen
- Was bedeutet es für Menschen, wenn mehr Sonnenenergie die Erdoberfläche erreicht?
- Warum ist es wichtig, dass zwei unabhängige Methoden dasselbe hemisphärische Muster zeigten?
- Welche Maßnahmen würden Sie vorschlagen, um die Aerosolbelastung zu verringern?
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