Nepal, Pangoline und der illegale WildtierhandelCEFR B2
14. Dez. 2025
Adaptiert nach Sonia Awale, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Vickey Goh, Unsplash
Der illegale Handel mit Wildtieren hat globales Ausmaß; INTERPOL schätzte ihn 2023 auf USD 20 billion pro Jahr. Ein großer Teil der geschmuggelten Tiere landet in China und Südostasien, teils für traditionelle Medizin, teils als Nahrungsmittel. Nepal dient sowohl als Herkunftsland als auch als Transitroute für diesen Handel.
Die nepalesischen Gesetze gegen Wildtierkriminalität sind streng: Wer mit geschützten Pangolinen in Verbindung gebracht wird, riskiert schwere Strafen. Trotz dieser Regelungen richten sich viele Ermittlungen vor allem gegen niedrige Ebenen des Handels. Untersuchungen von Greenhood Nepal, in denen mehr als 150 Verurteilte befragt wurden, zeigen, dass die meisten Angeklagten arm, analphabetisch und aus marginalisierten Gruppen stammen. Fälle wie die von zwei Verurteilten, die jeweils fünf Jahre Gefängnis erhielten, verdeutlichen dieses Muster.
Neben sozialen Fragen gibt es Gesundheitsrisiken: Die halbnomadischen Chepang im Distrikt Makwanpur essen kleine Fruchtfledermäuse, und Experten wie Dibesh Karmacharya vom Center of Molecular Dynamics Nepal warnen, dass solcher Kontakt Menschen Mikroben aussetzt. Der Klimawandel verschärft das Problem, weil Tiere und Vektoren in neue Gebiete vordringen. Fachleute fordern gezielte Maßnahmen gegen organisierte Kriminalität, faire Umsetzung der Gesetze, Untersuchungen der oberen Handelsebenen sowie langfristige Programme in Bildung, Verhalten und Existenzsicherung. Lokale Initiativen, etwa das von SMCRF unterstützte Pangolin Trail-Projekt, zeigen gleichzeitig Wege für Einkommensalternativen und Naturschutz.
Schwierige Wörter
- schmuggeln — Waren heimlich und illegal transportierengeschmuggelten
- pangolin — ein schuppiges, nachtaktives Säugetier aus AsienPangolinen
- transitroute — Strecke, auf der Waren weitertransportiert werden
- analphabetisch — ohne Fähigkeit, lesen und schreiben zu können
- marginalisiert — politisch oder sozial an den Rand gedrängtmarginalisierten
- halbnomadisch — teilweise wanderndes Leben mit saisonalem Standortwechselhalbnomadischen
- vektor — Organismus, der Krankheiten zwischen Wirten überträgtVektoren
- existenzsicherung — Maßnahmen, die das Überleben wirtschaftlich sichern
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen kann es haben, wenn Ermittlungen hauptsächlich gegen die unteren Ebenen des Handels gerichtet sind? Begründe kurz.
- Wie könnten Bildungs- und Existenzsicherungsprogramme konkret dazu beitragen, den Handel mit Wildtieren zu verringern? Nenne zwei Beispiele.
- Der Text nennt Klimawandel und Vektoren als Risiken. Wie könnten diese Faktoren das Auftreten von Krankheiten verändern? Erkläre kurz.
Verwandte Artikel
Viele Vögel im Nordwesten des Pazifiks bleiben widerstandsfähig
Eine 30-jährige Snapshot-Studie zeigt: Obwohl die Temperaturen gestiegen sind, sind die meisten Vogelpopulationen stabil oder in höheren Lagen zahlreicher geworden. Forschende wie Benjamin Freeman untersuchten alte Karten und wiederholten die Beobachtungen.
Bauarbeiten bedrohen Rastafari-Dorf in St. James Parish
Ein Gemeinschaftsprojekt in St. James Parish, Jamaika, ist durch neue Straßenbauarbeiten und breitere Entwicklungspläne beeinträchtigt. Der Text berichtet über Umweltschäden, eingeschränkten Zugang und den Verlust kultureller Praktiken.