Starke Kürzungen der internationalen Hilfe im Jahr 2025 veränderten die globale Entwicklungslandschaft. Am 20. January ordnete US-Präsident Donald Trump die Aussetzung fast aller Auslandshilfeverträge für 90 Tage zur Überprüfung an. Die Aussetzung führte zu Massenentlassungen, einem sofortigen Stopp vieler US-finanzierter Dienste und schließlich zur Schließung der US Agency for International Development (USAID). Die USA zogen sich außerdem aus der World Health Organization zurück.
Weitere Kürzungen folgten: Das Vereinigte Königreich senkte seine Hilfe von 0,5 auf 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und auch Frankreich, Deutschland und die Niederlande verringerten ihre Zahlungen. Analysten stellten fest, dass die kombinierte Wirkung 26 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mit einer zusammenliegenden Bevölkerung von fast 1,4 Milliarden besonders verwundbar machte. SciDev.Net dokumentierte überlastete Gesundheitssysteme, das Einstellen von Wasser- und Sanitärdiensten in einem Lager in Idlib und das Ende der Arbeit von rund 200 humanitären Organisationen in Syrien.
Die Folgen reichten von versorgungsbedingten Engpässen in afrikanischen Städten bis zu gefährdeten Programmen gegen HIV und Malaria. In Uganda, wo 1,5 million Menschen mit HIV/AIDS leben, standen Gemeinschaftsprogramme vor dem Zusammenbruch. Ein UNAIDS-Bericht 2025 nannte 1,3 million Neuinfektionen im Jahr 2024 und warnte, der US-Finanzierungsstopp könne bis 2029 zu zusätzlich 6 million neuen Infektionen und 4 million HIV-bedingten Todesfällen führen. Die USA hatten seit 2003 über PEPFAR mehr als US$110 Milliarden investiert und 2024 US$12,4 Milliarden ausgegeben.
Als Reaktion kündigten Philanthropen und Führungspersonen Pläne an: Bill Gates sagte den größten Teil des US$200 Milliarden Vermögens seiner Stiftung für Afrika über die nächsten zwei Jahrzehnte zu, und afrikanische Führungskräfte befürworteten einen Plan, bis 2040 60 Prozent des Impfstoffbedarfs im Inland zu decken. Auf COP30 in Brazil wurde die Mobilisierung von US$1,3 Billionen jährlich bis 2035 vereinbart; außerdem soll die Anpassungsfinanzierung bis 2025 verdoppelt und bis 2035 verdreifacht werden. Trotz der Krise gab es Fortschritte bei neuen Medikamenten, einem Dengue-Impfstoff aus Brasilien sowie lokalen Innovationen von Solarmodul-Nutzung bis zu KI-Lösungen im Gesundheitswesen.
Schwierige Wörter
- aussetzung — vorübergehendes Stoppen einer Maßnahme zur Prüfung
- massenentlassung — große Entlassungswelle von vielen MitarbeiternMassenentlassungen
- bruttoinlandsprodukt — Wert aller Waren und Dienstleistungen eines LandesBruttoinlandsprodukts
- überlastet — zu viele Anforderungen und zu wenig Kapazitätüberlastete
- engpass — Mangel oder Unterbrechung einer notwendigen VersorgungEngpässen
- philanthrop — Person, die viel Geld für wohltätige Zwecke gibtPhilanthropen
- anpassungsfinanzierung — Geld für Maßnahmen gegen Folgen des Klimawandels
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Diskussionsfragen
- Wie könnten die beschriebenen Kürzungen der Auslandshilfe die Gesundheitsversorgung in einem Land beeinträchtigen? Nennen Sie Beispiele aus dem Text.
- Welche Vorteile und welche Risiken sehen Sie bei großen philanthropischen Zusagen im Vergleich zu staatlicher Entwicklungshilfe?
- Glauben Sie, dass das Ziel, bis 2040 60 Prozent des Impfstoffbedarfs in Afrika im Inland zu decken, realistisch ist? Begründen Sie Ihre Meinung.
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