Eine Studie am 1,7 Kilometer langen Flamengo-Strand in Rio de Janeiro untersuchte 2024 Sandproben, die vor, während und kurz nach dem Karneval entnommen wurden. Eine vierte Probenahme erfolgte acht Monate später. In jenem Jahr gab es in Flamengo 18 Paraden, darunter drei mit mehr als 100.000 Menschen.
Die Forschenden stellten fest, dass Plastikfragmente, zu denen vor allem Glitzer zählt, 66,3 Prozent der identifizierten Mikroplastikpartikel ausmachten. Fasern lagen bei 26,2 Prozent und Granulate bei 7,5 Prozent. Glitzer ist ein primäres Mikroplastik (meist <5 mm) und besteht häufig aus PET mit einer Metallschicht.
Die Studie warnt, dass Teilchen durch Gezeiten, Wind und Strömungen in die Infralittoralzone und ins angrenzende Meer gelangen können. Mikroplastik kann von bodenbewohnenden Tieren und Filtrierern aufgenommen werden und Schadstoffe sowie Schwermetalle transportieren. In Rio besuchten Millionen Menschen den Karneval und es wurden mehr als 1.400 Tonnen fester Abfall gesammelt; mehr als die Hälfte stammte von Straßenspartys.
Schwierige Wörter
- sandprobe — Probe aus Sand am StrandSandproben
- probenahme — Entnahme von Material für Untersuchungen
- parade — öffentliche Feier mit vielen TeilnehmernParaden
- mikroplastik — sehr kleine Kunststoffteile meist unter fünf MillimeterMikroplastikpartikel
- glitzer — sehr kleine glänzende Teilchen aus Kunststoff
- infralittoralzone — Bereich zwischen Strand und offenem Meer
- strömung — Bewegung des Wassers im MeerStrömungen
- schadstoff — Stoffe, die Umwelt oder Gesundheit schadenSchadstoffe
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Diskussionsfragen
- Welche Maßnahmen könnten bei großen Veranstaltungen wie dem Karneval helfen, weniger Mikroplastik am Strand zu hinterlassen?
- Wie könnte Mikroplastik im Meer die Tierwelt und später auch Menschen beeinflussen?
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