Hurrikan Melissa bedroht Jamaika Ende OktoberCEFR B2
28. Okt. 2025
Adaptiert nach Janine Mendes-Franco, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Conrad Guthrie, Unsplash
Ende Oktober zog Hurrikan Melissa über die zentrale Karibik und richtete sich bedrohlich auf Jamaika. Am 20. Oktober war das System noch als tropischer Sturm klassifiziert, und das Jamaica Meteorological Office warnte vor starken Regenfällen und heftigen Böen. Eine Woche später war die Website des Wetteramts nicht erreichbar und zeigte die Meldung „Zu viele Anfragen“, während viele Menschen WhatsApp intensiv nutzten, um Beobachtungen und offizielle Updates zu teilen.
Am 21. Oktober verbreiteten sich Fotos von dunklen Himmeln, und im Parlament kam es zu einer hitzigen Debatte über die nationale Hurrikanbereitschaft; einige Oppositionsabgeordnete verließen den Saal. Die Regierung gab Pressekonferenzen und Premierminister Andrew Holness erklärte Jamaika zu einem „bedrohten Gebiet“. Er erließ eine Handelsanordnung, die Wucherpreise für lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, Wasser, medizinische Vorräte, Baumaterialien und Notfallausrüstung verhindern sollte.
Am 24. Oktober stellte das Meteorologische Amt eine Hurrikanwarnung aus, da erwartet wurde, dass Melissa „schnell an Intensität gewinnt“. Am 25. Oktober wurde Melissa zum Hurrikan hochgestuft, und das National Hurricane Center prognostizierte innerhalb einer Stunde eine weitere Verstärkung bis zu einem Sturm der Kategorie 3. Berichte zeigten örtliche Unterschiede: Aus dem Osten kamen rauere Bedingungen, während Kingston zeitweise nur Regen mit wenig Wind hatte. In einigen Gemeinden kam es zu Überschwemmungen und Berichten über verirrte Krokodile und andere Tiere.
Die Behörden bereiteten sich auf Schäden an Stromversorgung und Infrastruktur vor. Teams von Leitungsmonteuren aus den Vereinigten Staaten, Kanada und St. Vincent und die Grenadinen reisten an, um die Jamaica Public Service (JPS) bei der Wiederherstellung zu unterstützen. Evakuierungsanordnungen galten für Hochrisikogebiete; von mehr als 800 Notunterkünften waren etwa 130 betriebsbereit. Gesundheitszentren schlossen, große Krankenhäuser blieben jedoch geöffnet. Bis kurz vor dem Landfall am 28. Oktober wurden drei Todesfälle – zwei durch umstürzende Bäume und ein weiterer durch Stromschlag – sowie 13 Verletzte gemeldet. Das Gesundheitsministerium bot psychosoziale Unterstützung an, und Beamte warnten, die Lage werde sich vor dem erwarteten Landfall weiter verschlechtern.
Schwierige Wörter
- bedrohlich — so, dass eine Gefahr oder Schaden droht
- klassifizieren — in eine bestimmte Kategorie einordnenklassifiziert
- wucherpreis — sehr hoher, ungerechtfertigter Preis für WarenWucherpreise
- hochstufen — in eine höhere Kategorie oder Stufe setzenhochgestuft
- evakuierungsanordnung — offizielle Anweisung, Menschen zu einem sicheren Ort zu bringenEvakuierungsanordnungen
- psychosozial — Hilfe für die seelische und soziale Gesundheitpsychosoziale
- leitungsmonteur — Fachkräfte, die Stromleitungen reparieren und installierenLeitungsmonteuren
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie beeinflusste die intensive Nutzung von WhatsApp die Kommunikation während des Sturms? Nennen Sie Vorteile und mögliche Probleme.
- Glauben Sie, eine Handelsanordnung gegen Wucherpreise reicht aus, um Menschen während eines Sturms zu schützen? Begründen Sie Ihre Meinung mit Beispielen aus dem Text.
- Welche Vorbereitungen der Behörden erscheinen im Text wichtig (z. B. Evakuierungen, Notunterkünfte, internationale Hilfe)? Diskutieren Sie, welche Maßnahmen Sie für besonders wirkungsvoll halten und warum.
Verwandte Artikel
Wintersturm gefährdet Stromnetze im Osten der USA
Ein massiver Wintersturm mit Eis und gefrierendem Regen hat in mehreren US-Bundesstaaten mehr als eine Million Kunden ohne Strom gelassen. Behörden, Energieversorger und Forschende prüfen jetzt Schäden und wie die Netze widerstandsfähiger werden können.
Viele marokkanische Studierende wählen China
Immer mehr Marokkaner studieren in China. Wirtschaftliche Probleme, hohe Jugendarbeitslosigkeit und soziale Medien treiben die Entscheidung; Agenturen und Creator werben aktiv, doch es gibt auch Berichte über Betrug und Unsicherheit beim Aufenthalt nach dem Studium.