China, Erneuerbare und das Energie-Problem im Globalen SüdenCEFR B2
10. Dez. 2025
Adaptiert nach Qian Sun, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Ahmed Raza, Unsplash
Viele Länder des Globalen Südens stehen vor dem sogenannten Energie-Trilemma: sie müssen eine zuverlässige Stromversorgung sichern, die Kosten tragbar halten und zugleich die Emissionen reduzieren. Chinas Erneuerbare-Energien‑Branche liefert inzwischen Solarmodule, Windturbinen, Batterien und Übertragungstechnik in großem Maßstab. Diese Massenproduktion drückte die Weltmarktpreise und machte den wirtschaftlichen Ausbau von Solar- und Windkraft in Teilen Südasien erst möglich.
Der Global South Energy Trilemma Index (Renmin University of China) zeigt, dass sich seit 2000 in den meisten Ländern der Zugang zu Energie und die Versorgungssicherheit verbessert haben, während die ökologische Nachhaltigkeit weiter gering bleibt. Für viele einkommensschwache und mittlere Staaten ist der Preis das Haupthemmnis: ohne günstigere saubere Technik bleibt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bestehen. Pakistan steht beispielhaft dafür: Rang 51 von 196 im Index, ein Investitionsdefizit in Höhe von USD 1.01 trillion bis 2030 und zusätzliche Probleme durch Währungsinstabilität, zyklische Schulden und schwankende Auslandsinvestitionen.
Frühere Kohlekraftwerke, die im Rahmen der 2013 gestarteten Belt and Road Initiative errichtet wurden, bringen weiterhin feste Leistungserstattungen. Pakistan zahlt unabhängigen Stromerzeugern, viele davon chinesisch, jährlich Milliarden, und diese Verträge schränken den fiskalischen Spielraum für neue Investitionen in saubere Energie ein. Klimarisiken wie die Fluten 2022, die ein Drittel des Landes überschwemmten und Energieinfrastruktur zerstörten, erhöhen den Druck, ebenso wie die Abhängigkeit von importiertem, oft dollar-denominierten LNG.
China kann Infrastruktur in großem Maßstab schnell mobilisieren, längere Amortisationszeiten akzeptieren und Finanzierung ohne Austeritätsauflagen bieten. Klimagerechtigkeit erfordert jedoch mehr als Geschwindigkeit: transformative Zusammenarbeit sollte langfristige regionale Planung, echten Technologietransfer, Unterstützung für lokale Fertigung und Maßnahmen zur Bewältigung schuldenbelasteter Altverträge umfassen. Resilienz von Gemeinschaften und Lebensgrundlagen muss stärker im Mittelpunkt stehen.
- Niedrigere Ausrüstungskosten haben den Ausbau der Erneuerbaren erweitert.
- Altverträge über Kohle und Fremdbrennstoffabhängigkeit erzeugen fiskalische und klimatische Risiken.
- Tiefere Technologietransfers und Schuldenerleichterungen werden als nächste Schritte vorgeschlagen.
Schwierige Wörter
- energie-trilemma — Drei konkurrierende Ziele in der Energiepolitik.
- massenproduktion — Herstellung großer Mengen von Produkten.
- versorgungssicherheit — Sichere und zuverlässige Energieversorgung für die Bevölkerung.
- nachhaltigkeit — Schutz der Umwelt für zukünftige Generationen.
- investitionsdefizit — Mangel an notwendigen Investitionen in einem Land.
- währungsinstabilität — Schwankungen im Wert der nationalen Währung.
- fiskalisch — Mit Staatshaushalt oder öffentlichen Finanzen verbunden.fiskalischen
- technologietransfer — Weitergabe von Technologie zwischen Ländern oder Firmen.
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Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn China große Infrastrukturprojekte in Ländern des Globalen Südens finanziert?
- Wie könnten Schuldenerleichterungen und Technologietransfer konkret den Ausbau erneuerbarer Energien fördern?
- Wie kann die Resilienz von Gemeinschaften stärker in Energieplanung und Finanzierung einbezogen werden?
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