Eine neue internationale Studie untersucht nicht nur, wie viel Eis noch vorhanden ist, sondern vor allem wie viele Gletscher bis 2100 verschwinden und wann einzelne Gletscher sterben. Das Forschungsteam spricht vom „Gipfel des Gletschersterbens“ (Peak Glacier Extinction). Dieser Gipfel fällt regional verschieden aus: die Alpen erreichen ihn früh, weltweit folgt er etwa zehn Jahre später. In den stärkeren Erwärmungsszenarien steigt die jährliche Zahl verlorener Gletscher deutlich.
Die Studie nennt konkrete Szenarien: Bei +1.5° C (+2.7° F) läge der Gipfel um 2041 mit etwa 2,000 Gletschern, bei +4° C (+7.2° F) verschiebt sich der Gipfel auf circa 2055 und steigt auf rund 4,000 Gletscher pro Jahr. Für die Alpen ergeben sich drastische Restzahlen bis 2100: bei +2.7° C etwa 110 Gletscher (ca. 3% der heutigen Zahl), bei +4° C nur noch rund 20. Erreicht die Welt das Pariser Ziel von +1.5° C, blieben rund 12% (etwa 430 von etwa 3,000 im Jahr 2025); bei +2° C etwa 8% (ca. 270).
Besonders gefährdet sind Regionen mit vielen kleinen Gletschern in niedriger Lage oder nahe dem Äquator, etwa die Alpen, der Kaukasus, die Rocky Mountains, Teile der Anden und Gebirge in Afrika. Co-Autor Daniel Farinotti betont, dass die Ergebnisse die Dringlichkeit ehrgeiziger Klimamaßnahmen unterstreichen. Die Forschenden schlagen vor, ihre Zeitlinie für Entscheidungsträger, Tourismusplaner und Gefahrenmanager nutzbar zu machen und unterstützen Projekte wie die Global Glacier Casualty List, um Namen und Geschichten verlorener Gletscher wie Birch und Pizol zu bewahren.
Schwierige Wörter
- gletschersterben — Verschwinden von Gletschern durch anhaltende ErwärmungGletschersterbens
- erwärmungsszenario — Modellierte Prognose der künftigen globalen TemperaturenErwärmungsszenarien
- restzahl — Anzahl, die nach Verlusten übrig bleibtRestzahlen
- gefährdet — in hohem Risiko, Schaden zu erleiden
- dringlichkeit — Notwendigkeit schnellen Handelns oder Reagierens
- ehrgeizig — mit großen, anspruchsvollen Zielen oder Plänenehrgeiziger
- zeitlinie — detaillierter Plan mit Terminen und Reihenfolge
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Diskussionsfragen
- Welche konkreten Schritte könnten Entscheidungsträger oder Tourismusplaner unternehmen, wenn sie die Zeitlinie nutzen?
- Wie könnten stark reduzierte Restzahlen von Gletschern in den Alpen bis 2100 lokale Gemeinden und den Tourismus beeinflussen?
- Warum ist es aus Sicht der Forschenden wichtig, ehrgeizige Klimamaßnahmen wegen der Gletscherverluste zu ergreifen?
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