Am 1. Juli 2024 traf Hurrikan Beryl als Sturm der Kategorie 4 in Barbados auf Land und verursachte erhebliche Schäden an der Küsteninfrastruktur und der Fischerei. Boote sanken oder wurden beschädigt, Marktverkäufer verloren Einkünfte, und an Stellen wie Bridgetown lagen viele Dolos am Wellenbrecher umgestürzt oder versunken. Fischaggregationsgeräte (FADs), die Fische anlocken, wurden in Bereichen wie Paynes Bay zerstört, wodurch die Fangmengen zurückgingen. Betroffene berichteten, sie hätten nur begrenzte Mittel und Ressourcen zum Wiederaufbau.
Studierende des Level-3-Kurses Fishery Biology an der University of the West Indies (UWI) Cave Hill befragten 54 Personen aus dem Fischereisektor, darunter Bootsbesitzer, Fischer, Fischverkäufer und Verarbeiter an Landestellen wie Bridgetown Public Market, Oistins Fish Market, Pile Bay, Conset Bay und Paynes Bay. Die Rückmeldungen deuteten auf einen klaren Bedarf an stärkerer und integrierter Infrastruktur hin. Viele Befragte empfahlen Verbesserungen am Wellenbrecher — etwa Erhöhung, Verlängerung und Verlegung — sowie naturbasierte Maßnahmen wie die Wiederherstellung von Korallenriffen, die Wellenenergie reduzieren und die marine Biodiversität stärken können. Die Ergebnisse legen nahe, dass traditionelle Ingenieurslösungen allein angesichts immer heftigeren Stürmen möglicherweise nicht genügen.
Praktische Bedürfnisse umfassten finanzielle Hilfe, Ausrüstung, nachhaltige Fischereipraktiken sowie bessere Boote und Lagerungsmöglichkeiten. Gefragt waren Boote aus verstärktem Fiberglas, Kevlar und Aluminium in Meeresqualität, ein größerer Yachthafen mit verstärkten Ankerpunkten und trockene Lagerflächen an Land, die Hurrikanstärken standhalten. Die Barbados Fisheries Division (BFD) erkannte den Bedarf an mehr Resilienz an; Chief Fisheries Officer Shelly-Ann Cox betonte die Bedeutung robuster Infrastruktur zum Schutz von Lebensgrundlagen und Fischversorgung. Das Beryl Emergency Response and Recovery Project (P507109), finanziert durch die Weltbank, ist in Arbeit. Zusätzliche Unterstützung kommt von einem Projekt des UNDP und der Regierung Japans. Die Wiederaufbaumaßnahmen konzentrieren sich auf Reparatur und Ersatz von Schiffen, Rehabilitation von Marinas, Küstenschutz, Verbesserungen am National Emergency Management System (NEMS) sowie auf den Bau eines Marine-Travel-Lifts und einer Aufholanlage, die für später in diesem Jahr geplant sind.
Schwierige Wörter
- küsteninfrastruktur — Anlagen und Bauwerke an der Küste
- wellenbrecher — Mauer zum Schutz vor Meereswellen
- fischaggregationsgerät — Struktur, die Fische an einen Ort locktFischaggregationsgeräte
- resilienz — Fähigkeit, sich nach Schäden zu erholen
- ankerpunkt — Stelle zum Festmachen von SchiffenAnkerpunkten
- aufholanlage — Gerät zum Herausheben von Booten
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei naturbasierten Maßnahmen wie Wiederherstellung von Korallenriffen gegenüber traditionellen Ingenieurslösungen?
- Welche Form von finanzieller oder materieller Hilfe wäre für Fischer nach einem Hurrikan Ihrer Meinung nach am wichtigsten und warum?
- Wie könnten stärkere Boote und bessere Lagerflächen die langfristige Versorgung mit Fisch in Barbados beeinflussen?
Verwandte Artikel
Haar zeigt chemische Belastungen über Monate
Neue Forschungen der University of Texas at Austin zeigen, dass menschliches Haar chemische Expositionen über Tage, Wochen und Monate speichern kann. Forschende erhitzen Haarsträhnen und messen die freigesetzten Moleküle mit einem Massenspektrometer.
Afrika baut regionale Impfstoffproduktion aus
Die CPHIA 2025 in Durban diskutierte einen panafrikanischen Plan zur Ausweitung der Impfstoff- und Arzneimittelproduktion. Der Plan, geleitet von Africa CDC, sieht US$3.2 billion Investitionen vor und zielt auf mehr Produktion in Afrika bis 2040.
Organischer Dünger aus Fliegen und Kaffeesatz hilft Bäuerinnen
Im Distrikt Mzimba in Malawi leiden Bauern unter sinkenden Erträgen und hohen Düngerkosten. Forschende entwickeln einen organischen Dünger aus Ausscheidungen der Schwarzen Soldatenfliege, Biochar aus Reisspelzen und Kaffeesatz; erste Tests zeigen bessere Ernte.
Gemeinden werden in Manyange Na Elombo-Campo einbezogen
Das Manyange Na Elombo Campo MPA an der atlantischen Küste Kameruns umfasst 110,300 Hektar und 10 Dörfer. Ein Leitfaden vom 28. Juni 2024 fördert die Beteiligung der Gemeinden, doch illegale Fischerei und unsichere Finanzierung bleiben Probleme.